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Der Aufschrei ist suspekt? Leute beschweren sich wegen 50ct pro Folge? Das findest du Suspekt? Die Leute, die das kritisieren, haben ja schließlich einen Subscription-Button oder Sponsoren – das sei ja das gleiche.

Liebe Shurjoka, du Vollzeit-Streamerin, du overpowerter Endboss für deine chronischen Depressionen, du Überlebenskünstlerin, du Influencerin?,

ich nehme mir mal die Zeit und erkläre dir mal, warum das Podcast-Angebot von "Laut und Bunt" kritisiert wird.

Du bietest einen Service an, ungefragt und möchtest ihn direkt über den Zuhörer finanzieren. Das ist prinzipiell ja erst mal nicht verwerflich. Mit Patreon ist das sogar eine gute Plattform und transparent - eigentlich. In diesem Podcast steckt viel Arbeit, hast du gesagt. Ihr gebt euch so viel Mühe, obwohl ihr beide beide massiv eingespannt seid, weil ihr so viel zu tun habt. Da ist es schwer sich zwei mal wöchentlich zu verabreden und sich 45 Minuten über einen Messenger zu unterhalten.

Aber du betonst ja, dass das euer Job ist. Ihr macht euren Job mit Leidenschaft, aber es ist eure Arbeit und ihr möchtet dafür entlohnt werden. Und hier beginnt der erste Punkt. Ihr habt für den Podcast nichts geleistet, außer ein Logo erstellen zu lassen. Du warst sogar mal bei einem Podcast-Team (AskSource) und solltest die Abläufe und Aufwände kennen. Man könnte sogar meinen, dass du etwas Erfahrung hast.

Doch was setzt ihr beide um?
- Ihr nehmt ein Gespräch auf
- Ihr nehmt die erzeugte .wav-Datei
- Ihr ladet sie unbearbeitet auf wetransfer.com hoch

Die Datei wurde nicht mal komprimiert. Es sind einfach fucking 400mb, die ihr dem zahlenden User einfach hinwerft. Doch wo hört man einen Podcast häufig? Unterwegs, zum Beispiel. Wie bekomme ich nun meine Datei auf das Smartphone? Ach, ich muss Mehraufwand betreiben.

Und genau hier geht es los. Obwohl du Erfahrung mit Podcasts hast, was du sogar in der Vorstellung deiner Person erwähnst, setzt du deinem zahlenden Zuhörer einen unfertigen Haufen Müll vor die Nase. Aus deinem Mikrofon kann man in einer Nachbearbeitung ziemlich viel Qualität hervorzaubern. Man kann zudem die Grundlautstärke anheben, damit es der einer durchschnittlichen Audio-File gleicht und man kann ein geeigneteres Audioformat wählen und die Größe deutlich komprimieren. Das zur reinen Qualität.

Nun zu dem Modell. Ihr lasst den Podcast über den User finanzieren - fine. Ihr stellt dem User dafür aber eben nur den Haufen Müll zur Verfügung. Es ist sogar noch krasser. Wenn man sich einen Monat bei euch gönnt und vielleicht nicht dazu kommt, alle Folgen rechtzeitig herunterzuladen, dann kann man im nächsten Monat nicht mehr darauf zugreifen. Ja, moin! Das ist ein ziemlich ekelhaftes Prinzip. Da ist der zahlende User, der euer Projekt finanziert, obwohl es ja eure "Arbeit" ist, für die ihr absolut keinen Aufwand betreibt und er kriegt unter Umständen einfach nicht das gesamte Angebot.