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In der Milliardenaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB hat Peking offenbar seine Hand über den korrupten Premierminister gehalten. Der Fall zeigt, wie China Länder entlang der "Neuen Seidenstraße" unter strategische Kontrolle bringt.

Erst kostet der Korruptionsskandal, bei dem der inzwischen abgetauchte Berater Jho Low Milliarden aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB geschleust und in Luxusgüter gesteckt haben soll, Premier Najib Razak das Amt, weil ein Großteil des Geldes auf seinem Privatkonto landet. Dann stürzt er die US-Bank Goldman Sachs, die sich an Anleiheverkäufen für 1MDB eine goldene Nase verdiente und deren Banker sich bei den Deals persönlich bereicherten, in eine Imagekrise. Und nun gerät auch noch China bei den Deals ins Zwielicht.

Nicht nur soll sich Jho Low, der Kopf des Milliarden-Raubzugs, im Reich der Mitte verstecken. Das "Wall Street Journal" berichtet nun auch unter Berufung auf Protokolle von bislang unbekannten Geheimtreffen zwischen malaysischen und chinesischen Offiziellen, dass Chinas Führung den Skandal als willkommene Chance genutzt haben soll, um Malaysia unter strategische Kontrolle zu bringen. Dafür schnürte Peking dem inzwischen geschassten Premierminister hinter den Kulissen offenbar heimlich ein politisches Rettungspaket.

Die Protokolle dieser Geheimtreffen sollen laut malaysischen Regierungsbeamten, auf die sich das "WSJ" beruft, bei der Durchsuchung von Najibs Büro gefunden worden sein. Der Ex-Premier weist die Vorwürfe zurück. Sein Prozess wird bald beginnen. Glaubt man dem Bericht der US-Zeitung, dann ist der Fall ein Paradebeispiel dafür, wie China mit seinen Finanzhilfen weltweit Entwicklungsländer wie Malaysia zu gefügigen Satellitenstaaten macht.