Halbe Buch

Erstellt 6 months ago

Mal abseits von Esports, Tabletop oder Pen and Paper Spielen.
Wir sind hier ja alle eine Gruppe von Studierenden und damit sicherlich bestens vertraut mit Wohnungsnot. Diese ist gerade in Universitätsstädten wie Münster nicht von schlechten Eltern. Der private Markt ist aufgrund der hohen Nachfrage sehr teuer, günstigere Wohnungen oftmals außerhalb und ohne Auto kommt man kaum zur Universität, ebenso sitzen die Vermieter immer am längeren Hebel und können sich einiges erlauben.
Studierenden Unterkünfte wie z.B. The Flag fallen diesem Mietspiegel ebenso zum Opfer, wenn sie nicht sowieso schon sehr teuer sind.
Und dann gibt es da noch das Studierendenwerk, bezahlbarer Wohnraum für Studenten, natürlich meist nicht die modernsten oder schönsten Gebäude, oftmals nur ein Zimmer für sich selbst und eine Küche für fünf weitere Personen, aber immerhin ein Dach über dem Kopf.
Und genau darum geht es mir. Falls ihr es noch nicht wisst werde ich euch noch aufklären, aber für alle die, denen BIMA,Tormin-/Köhlweg und Loddenheide ein Begriff sind, ihr wisst glaube ich worauf ich hinaus will ^^
Zum aktuellen Zeitpunkt wohne ich nämlich genau dort, in der Loddenheide. Mehrere ehemalige Häuser britischer Soldaten und deren Familien. Nach Abzug dieser natürlich wieder Eigentum des Bundes und somit Eigentum der BIMA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben).
Diese Institution stellte dem Studierendenwerk Münster einen Teil der ehemaligen Britenhäuser in der Loddenheide zur Miete zur Verfügung. Allerdings, da die BIMA die Aufgabe hat, Grundstücke und Gebäude die sich im Besitz des Bundes befinden zu veräußern, immer nur mit einjährigen Mietverträgen. Dies sorgte natürlich dafür, dass auch die Studenten ,welche über das Studierendenwerk, diese Häuser mieten, nur einjährige Mietverträge erhalten konnten. Jedes Jahr wieder mit der "Angst" zu leben aus der Wohnung zu müssen ohne selbst etwas dafür zukönnen, einfach so. Einige Jahre ging dies gut, die Verträge zwischen BIMA und STW wurden erneuert und wieder für ein Jahr ausgestellt.
Soweit sogut, doch diese Jahr ist Schluss. Vermutlich um es zurechtfertigen, da dies Dank einjährigen Verträgen nicht einmal Nötig gewesen wären, meldete die BIMA im November Eigenbedarf für die Häuser an um hier Zollschüler des Bundes unterzubringen. Durch diesen Entschluss müssen nun zum spätestens 01.04. gut 150 Studienrenden eine neue Wohnung finden. Natürlich haben einige dies bereits geschafft und die Zahl kann sicherlich nach unten korrigiert werden. Doch was fehlt vollkommen im Verhalten der BIMA? Richtig, die Fairness.
Es werden nun dutzende Studierende, teils mit Familie, teils mit Tieren in den Münster Wohnungsmarkt entlassen und zwar weil Zollschüler, diese bereits für einige Leute zur Heimat gewordenen Häuser, benötigen würden.
Hier werden Leute, die zum Großteil vom eh schon nicht genügenden BAFÖG leben und aktuell in bezahlbaren Objekten wohnen, gegen Menschen ausgetauscht, die nicht nur weit größere Chancen auf dem Wohnungsmarkt, auf Grund ihres Status als Zollschüler, sondern darüber hinaus auch noch ein dickes Schulgeld von (soweit mir bekannt) 1200€ erhalten.
Dies ist wirklich nichts gegen die Schüler des Zolls, sondern nur gegen die Entscheidung und die Rechtfertigung der BIMA mit Menschen so umzuspringen.
Es ist viel Text geworden, und sicherlich hier und dort nicht ganz durch schaubar, doch wollte ich einfach mal in einer Community die es zum Einen betrifft und zum Anderen die selber aus der betroffenen Personengruppe besteht Aufmerksamkeit schaffen. Sollte jemand von euch dazu noch Fragen haben, so meldet euch und ich versuche euch alles nochmal genauer zuerklären. Wenn ihr also, genauso wie ich findet, dass dieses Verhalten als Bundesbehörde, welche eigentlich für alle da sein sollte, unmenschlich ist, dann teilt den Sachverhalt mit euren Kommolitonen, Bekannten und Freunden. Je mehr es in die Öffentlichekeit getragen wird, umso besser kann man darauf aufmerksam machen und etwas erreichen. Denn wir sind ja schließlich hier aufgrund eines Hobbys, das Fair sein sollte! Und genauso sollte auf unfaires Verhalten, auch außerhalb der Computermonitore, hingewiesen werden.
Vielen lieben Dank fürs Lesen